DIYReise-Nähset DIY

Reise-Nähset

oder auch: ein Nähkästchen in der Dose

Wer mich kennt, weiß inzwischen, dass mein lieber Mann und ich ein Oldtimer-Wohnmobil haben, mit dem wir viel unterwegs sind. Letztens habe ich festgestellt, dass uns noch ein kleines Nähzeug fehlt, als meine Hose plötzlich ein Loch hatte.

Haben wir nicht? Bastel ich! So entstand die Idee für ein praktisches, auf unsere Bedürfnisse angepasstes, aufgeräumtes und sicher verstaubares Nähset, an dem ich euch gerne teilhaben lassen möchte.

Das ist überhaupt nicht kompliziert, schnell gemacht und man braucht wenig Werkzeug. Das Meiste davon braucht ihr sowieso, weil es später in das Nähkästchen hinein soll.

Praktisch und auch eine schöne Geschenkidee für alle Camper, Weltenbummler und Backpacker.

Viel Spaß beim Selbermachen!!!

DIY Reise-Nähset

Material

  • leere Bonbon-Dose
  • ein bisschen Filz in der Farbe eurer Wahl (nicht zu dick)
  • Gummiband (Schlüppergummi)
  • etwas Garn
  • dickes Papier / farbiger Karton
  • Sprühkleber & Papierkleber
  • Isopropanol (= techn. Alkohol) oder anderer Aufkleberentferner
  • Füllung für das Nähkästchen

Werkzeug

  • Stifte zum Anzeichnen
  • Geodreieck
  • Stoffschere
  • Papierschere
  • Nähnadel

Die Idee war, ein Nähset zusammenzustellen, das nicht klappert, in dem nicht immer alles durcheinander gerät oder man die Kleinteile, wie Nadeln, mit den Fingernägeln vom Boden kratzen muss. Jeder, der eine Handtasche besitzt oder schon einmal darin etwas Kleines gesucht hat, weiß, wovon ich rede.

Außerdem geht es bei uns eher um Flickzeug denn um Nähprojekte: Knöpfe annähen, Reißverschluss reparieren, Nähte wieder schließen und so weiter. Dementsprechend ist der Inhalt ausgesucht. Schaut, was ihr braucht, sucht euch eine Position in der Dose und fangt dann erst an. Wer mehr braucht, kann auch noch einen Einleger aus Filz machen und diesen beidseitig nutzen.

DIY Resenähset

Als Erstes wird die Blechdose eurer Wahl von den vorher so wichtigen, jetzt aber überflüssigen Aufklebern befreit. Das ist immer ein bisschen nervig, aber mit ein etwas mechanischem Einsatz und einem geeigneten Lösungsmittel klappt es auf jeden Fall.

Solche dekorativen Blechdosen gibt es unzählige. Bonbons, Drops oder Pastillen mit allen möglichen Motiven. Sollte euch mal ein Motiv nicht gefallen, könnt ihr den Deckel der Dose natürlich auch selber gestalten.

Dose = Schablone

Schere

Ausschneiden

Schritt 1: Filzeinleger anfertigen

Die Dose kann wunderbar als Schablone genutzt werden. Einfach auf den Filz legen und ringsum anzeichnen. Dann schneidet ihr INNEN an der Linie lang. So könnt ihr sicher sein, dass die kleine Differenz von Stiftabstand und Materialstärke abgezogen wird.

Davon braucht ihr 2 Stück. Eines für den Boden, eines für den Deckel. Außerdem habe ich noch ein kleines Stück Filz extra geschnitten, weil ich die Nadeln gerne irgendwo reinstecken möchte, statt sie hinter einen Gummi zu klemmen. Das erscheint mit praktischer. Fast wie ein Mikro-Nadelkissen.

Kurz nachschauen, ob alles passt und dann geht es weiter

Schritt 2: Pappkärtchen für Knöpfe zuschneiden

Je nach Größe eurer Dose schneidet ihr nun ein kleines Kärtchen aus Tonpapier oder dünner Pappe aus. Die Ecken habe ich abgerundet. Einerseits, weil meine Dose das auch hat, andererseits geht dann das Einschieben unter den Gummi leichter.

Auf das eine Kärtchen werden ein paar Knöpfe angenäht, aber nur mit zwei Stichen. Die losen Fäden werden auf der Rückseite einfach verknotet und kurz abgeschnitten.

Wenn sie benötigt werden, können sie ganz einfach mit einer Schere oder einem Nahtauftrenner gelöst werden.

Schritt 3: Kärtchen für Garn

Auch für das Garn habe ich ein Kärtchen zugeschnitten. Diesmal doppelt so groß, da ich es anschließend mittig gefaltet und zusammengeklebt habe für mehr Stabilität.

Danach habe ich mir ein paar Punkte aufgezeichnet, damit die Unterteilung gleichmäßig ist und oben und unten kleine Dreiecke mit der Schere herausgeschnitten.

Und dann heißt es wickeln, wickeln, wickeln. Wie viel Meter insgesamt draufgekommen sind, weiß ich nicht, denn ich habe das Garn direkt von der Spule gewickelt und aufgehört, als der Strang „gut“ aussah. Zum Flicken reicht es allemal.

Schritt 4: Probeliegen im Nähset

Damit am Ende alles einen guten Platz hat, habe ich den späteren Inhalt im Deckel und im Boden hingelegt und arrangiert. Nach ein wenig hin und her war alles sinnvoll verstaut.

Schritt 5: Gummi annähen

Wenn alles gut liegt, zeichnet ihr zwischen die einzelnen Dinge einen kleinen Punkt ein. Dort wird jetzt der Gummi von Hand angenäht. Ein paar Stiche sind völlig ausreichend, hinten einen Knoten und fertig. Die Rückseite sieht man ja gleich nicht mehr. An den Rändern muss der Gummi natürlich auch angenäht werden.

Schritt 6: Filz einkleben

Die fertigen Filzstücke werden nun rückseitig mit Sprühkleber eingesprüht und dann in die Dose geklebt. Kleinere Kleberspuren an der Dose können mit einem Wattestäbchen, das in das Lösungsmittel eurer Wahl getaucht wurde, wegradiert werden

Jetzt müsst ihr nur noch euer Nähkästchen füllen… Und FERTIG!

Ich habe unser Kästchen so bestückt, dass wir nichts doppelt haben. Eine Nagelschere haben wir immer dabei und ein Maßband brauche ich nicht, weil ich ja keine Nähprojekte realisieren möchte. Außerdem haben wir einen Zollstock an Bord. Der würde es im Notfall auch tun.

Ich habe eher nach unterschiedlichen Größen geschaut, denn nach Farbe. Wenn der fehlende Knopf verloren ist, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass man ausgerechnet genau so einen eingepackt hat. Für ein Provisorium ist eher die Größe entscheidend (manchmal eben doch…).

Ähnlich pragmatisch bin ich hier herangegangen. Das wirklich passende Garn (farblich) habe ich wahrscheinlich NICHT eingpackt, also habe ich mich zwischen Schwarz und Weiß ausgetobt und dafür eher auf die Garnstärken geachtet. Ein feineres Garn für dünne Stoffe, ein mittleres für Knöpfe und auch ein sehr reißfestes Garn, falls an eine Polster mal die Naht platzt.

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